„Hilfe, wo fange ich an?“ – Tipps für den Einstieg in die Selbstständigkeit als VA

von | Mrz 26, 2023 | Selbständigkeit

Die große und immer wieder gestellte Frage: „Hilfe, wo beginne ich?“ Gerade wenn du aus einem Angestelltenverhältnis mit wenig bis gar keinem Bezug zur Selbstständigkeit in genau diese wechseln willst, sieht das erstmal alles sehr kompliziert und unübersichtlich aus. Zugegeben, im Staate Österreich herrscht auch ziemlich viel Bürokratie vor, aber mit den richtigen Hilfen, schaffst du es ohne Hals- und Beinbruch durch den Papierkram. Mir hat ein Workshop der WKO und das Gründerservice (alles kostenlos) sehr dabei geholfen und innerhalb von zwei Wochen war das ganze Zettelchaos besiegt.

Erster Schritt geschafft. Oder doch schon der zehnte? Du solltest dir tatsächlich im Vorfeld überlegen, welchen Schritt du als erstes machen willst. Unabhängig von der Bürokratie, könnte dein Ablauf so aussehen:

1. Einlesen und die Szene beobachten

Meine Bibel ist bis heute – und ich empfehle sie immer wieder sehr gerne weiter – „How to become a successful virtual assistant“ von Melissa Smith. Das Buch hat mir ganz am Anfang genau die Inputs gegeben, die ich brauchte. Es ist sehr kurzweilig und trotzdem hochinteressant geschrieben. Ich habe es verschlungen und mit einem Mal unglaublich viel gewusst, was ich nur vier Tage vorher noch gar nicht wusste.

Zusätzlich bin ich allen Facebook-Gruppen beigetreten, die mit virtueller Assistenz zu tun hatten und habe ganz fleißig alles gelesen, was so gepostet wurde. Gerade am Anfang auch sehr hilfreich, um eine Idee zu bekommen, welche Dienstleistungen angeboten werden, wie der Umgang in der Szene ist, welche Stundensätze so üblich sind (das weiß man am Anfang gar nicht!), um erste Kontakte zu anderen VAs zu knüpfen, Tipps und Tricks einzuholen und noch so vieles mehr. Stell dir vor, du lässt diesen Schritt aus – das wäre fatal!

2. Was kannst du und was möchtest du anbieten?

Zugegeben, eine sehr schwierige Frage und trotzdem musst du dich unbedingt damit auseinandersetzen. Gerade in der ersten Zeit hat man immer wieder den Satz „Du musst dich spezialisieren“ im Kopf und das stimmt auch! Aber keine Sorge, es wird nie so heiß gegessen, wie gekocht, du kannst dir damit ruhig Zeit lassen, allerdings musst du trotzdem mal herausfinden, welche Dienstleistungen du überhaupt im ersten Schritt anbieten möchtest!

Das VA-Sein ist momentan so beliebt, dass die Leute wie Schwammerln aus dem Boden schießen und VA werden möchten, aber oft überhaupt keine Ahnung von sich und ihren Fähigkeiten haben. Daher erstmal einen Ability-Check machen. Aus welcher Branche kommst du, welche Ausbildungen hast du gemacht, was davon lässt sich in der virtuellen Welt einsetzen? Du kannst dich ruhig mit Stift und Zettel hinsetzen und einfach mal ein paar Tage brainstormen.

Lass dich nicht von den wenigen, die innerhalb kürzester Zeit in den Startlöchern standen, irritieren. Bei den allermeisten braucht es eine gewisse Zeit, bis sie wissen, was ihr Angebot umfassen wird. Das ist keine Schande, sondern ganz normal! Je länger du mit deinem Angebot arbeitest, desto besser wirst du wissen, in welche Richtung du dich später spezialisieren möchtest. Das ist ein Prozess, gib ihm Zeit!

3. Facebook und Website

Richtig, viele starten mit einer Facebook-Seite und warum auch nicht? Ich persönlich habe an mich allerdings immer den Anspruch gestellt, dass ich, sobald ich selbstständig rausgehe, überall sichtbar sein möchte. Ich denke, gerade in einer Zeit wie heute, ist es unglaublich wichtig, seinem Business die bestmöglichen Chancen zu geben, überhaupt gesehen zu werden.

Daher habe ich meine Website gleichzeitig mit meinem Facebook-Kanal aufgebaut. Ich habe mir dafür einen Monat Zeit gegeben und voilà fertig war sie, die Website. Egal wofür du dich entscheidest, am wichtigsten ist: Sei du selbst und bleib du selbst! Es bringt dir keinen Vorteil, irgendjemand anderen zu kopieren. Weder in Stil noch Sprache. Täuscher überleben nicht lange, auch wenn du das aus keiner Bösartigkeit heraus machst, sondern nur, weil du es dir als Hilfestellung heranziehst. Mach das nicht!

Setz dich lieber ein, zwei Wochen mit den Gedanken auseinander, welche Farbe, welcher Stil zu dir passt und wie du von anderen wahrgenommen werden möchtest. Mir hat dieser Prozess sehr geholfen und schlussendlich auch schon viele Kunden und Komplimente eingebracht. Ersteres ist natürlich das Wichtigste, aber auch über Zweiteres dürfen wir uns ehrlich freuen (und es pusht unsere Motivation :D)!

4. Erste Kunden

Der auf den ersten Blick schwerste Schritt und dann auf einmal doch nicht mehr so schwer. Du hast sicher schon unzählige Male gelesen, dass deine ersten Kunden aus deinem nahen Umfeld kommen werden. Und genauso wie ganz viele andere Selbstständige wirst du dir gedacht haben: „Ich kenne doch niemanden, wer könnte denn bitte meine Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen?“

Ja, habe ich mir auch gedacht und das sogar über einen relativ langen Zeitraum. Tatsächlich aber würde dieser Satz nicht so oft gesagt werden, würde er nicht stimmen. Schreib alle Leute auf, die du kennst. Sammle die Namen ruhig über ein paar Wochen. Oft fallen einem viele Personen erst wieder ein, weil dich irgendein Erlebnis oder Ereignis triggert. Denke an deine Freunde, Verwandte, Bekannte, Organisationen, mit denen du zu tun hattest, Beamte, Politiker, EGAL WEN. Du kennst garantiert jemanden, der in einer Position ist, in der er genau DICH brauchen kann.

5. Sei positiv, organisiert und stark!

Nein, die Selbständigkeit ist nicht immer ein Zuckerschlecken und der Anfang ist sicher nicht leicht. Es hilft dir aber nicht, wenn du dir immer vor Augen hältst, was du alles noch schaffen musst, sondern vielmehr, was dir alles schon gelungen ist, um deinem Ziel näherzukommen. Dein Kopf wird dir oft zu schaffen machen und du musst stark genug sein, damit umgehen zu können. Sei dir dessen bewusst und hab Dinge an der Hand, die dich motivieren, wenn du mal nicht den besten Tag hast! Dafür und für ALLES andere braucht es unglaublich gute Struktur und Organisation. Du bist dein Chef! Niemand wird dir sagen, wann was zu tun ist oder welche Arbeit gerade ansteht. Sei deiner Arbeit voraus und lass dich nicht einholen. So hältst du den Kopf über Wasser und kannst dir auch Atempausen gönnen!

Und bist du wirklich so weit gewachsen, dass du die Arbeit nicht mehr alleine schaffst, dann weißt du ja, was zu tun ist, oder? Richtig, hol dir eine VA ins Boot! 😊

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